Zeche Ewald. Halde Hoheward. Ewaldsee im Emscherbruch

Die Zeche Ewald ist ein 2001 stillgelegtes Steinkohlebergwerk in Herten im Kreis Recklinghausen. Rund um das Areal hat sich inzwischen ein ganz passables Erholungsgebiet entwickelt, welches zu unterschiedlichen Aktivitäten einlädt. Die Zeche Ewald ist ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur und bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit dem Auto zu erreichen. Auf dem Gelände befindet sich ein Besucherzentrum sowie das Ewald-Café, welches neben Brötchen, Kaffee und Kuchen auch warme Speisen zur Stärkung anbietet. Für kulturellen Genuss sorgen zudem der RevuePalast Ruhr (die weltweit erste Revue auf Zeche) sowie die Untertagebar, welche hin und wieder den ARD Sportschau-Club beheimatet.

Ich bin mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist. Von Dortmund kommend steige ich in Wanne-Eickel aus dem Zug, gehe vor dem Bahnhof nach rechts und stehe auch schon an der Haltestelle für die Linie SB27 und steige kurz darauf bereits in den Bus ein. Nach ca. 20 Minuten Fahrt steige ich an der Haltestelle “Bergwerk Ewald 1/2” aus und gehe die paar Meter an der Straße entlang zurück und bin dann auch schon da.

Zeche Ewald

Das Zechengelände ist nach allen Seiten hin zugänglich und rund um die Uhr geöffnet (wie es bei den allermeisten Industriedenkmälern im Ruhrgebiet der Fall ist). Wer also nachts um 2 Uhr noch mal kurz am Förderturm vorbeischauen möchte, kann dieses auch mal eben tun. Auch für die Autofahrer sind verschiedene Zufahrten eingerichtet und es befinden sich ausreichend Parkplätze auf und unmittelbar am Gelände.

Von der Ewaldstraße kommend befindet sich das Besucherzentrum “Zeche Ewald / Halde Hoheward” unmittelbar nach dem Betreten des Geländes auf der linken Seite. Es sind auch zudem ausreichend Schilder vorhanden, um den Besuchern den Weg zu weisen. Das Besucherzentrum ist in aller Regel der Ausgangspunkt für diverse geführte Touren über das Zechengelände sowie die Halde Hoheward. Wer sich dagegen einfach nur informieren möchte, wird hier ebenfalls gut versorgt und verlässt ausreichend mit Karten und hilfreichen Tipps im Gepäck das Besucherzentrum.

Zeche mit RevuePalast Ruhr und Untertagebar, dazu die Halde Hoheward und gleich nebenan der Emscherbruch. Es ist also ganz schön viel los auf Ewald. Nicht umsonst gehört das Gelände zu den echten Highlights an der Route der Industriekultur. Der Doppelbock auf Schacht 7 gehört mit zu den am meisten fotografierten Motiven im Pott.

Halde Hoheward

Die Halde Hoheward schließt sich nahtlos an das Zechengelände an. Eben kurz am Doppelbock vorbei und schon steht man am Zugang zur Halde. Diese lässt sich gleich auf drei Wegen erkunden bzw. bezwingen (je nach Weg).

Man kann gleich auf ebenem Weg bleiben und die rund 6 Kilometer um die Halde herumgehen. Irgendwelche Auf- oder Anstiege dürften hier nicht zu erwarten sein.

Die zweite Möglichkeit bietet die sogenannte Balkonroute. Diese verläuft ungefähr auf halber Höhe rund um die Halde. Von der Länge her dürfte sie in etwa dem einfachen Weg herum entsprechen.

Die dritte und auch körperlich fordendste ist der Weg ganz nach oben, um dann über die Halde zu wandern.

Für den Anstieg sowohl zur Balkonroute als auch hoch auf das Plateau kann man entweder klassisch die Treppe nehmen oder eher moderat den Serpentinen folgen. Ich habe mich für den Weg nach oben für die Treppe entschieden. Am Ende der Tour vermeldete mein Handy (ohne Fitnessarmband oder Smart Watch) jedenfalls, dass ich rund 10km gegangen und dabei 43 Stockwerke gestiegen wäre. Falls du also die Treppe hoch nach oben nimmst, weisst du jetzt schon mal, was auf dich zukommt.

Der Anstieg aber lohnt sich. Sehr sogar. Ich hoffe, die weiter unten zu sehenden Bilder können einen kleinen Eindruck vermitteln.

Emscherbruch und Ewaldsee

Der Emscherbruch mit dem Ewaldsee ist Teil des Emscherlandes, welches sich von Dortmund bis nach Gladbeck erstreckt. Die Emscher mäanderte früher durch das Ruhrgebiet und wurde im Zuge der durch den Steinkohlebergbau immer stärker werdenden Industriealisierung immer mehr und mehr begradigt und diente lange Jahre faktisch als Abwasserkanal für die anliegenden Bergwerke und Kokereien.

Die Emscher ist weit entfernt vom Emscherbruch und dem Ewaldsee. Dieses Kleinod inmitten des brausenden Ruhrgebietes bietet dem Spaziergänger einen Blick auf das historische Ruhrgebiet. Bevor hier nämlich Kohle abgebaut und Stahl produziert wurden, waren die Orte zwischen Dortmund und Moers sehr ländlich geprägt inmitten einer sumpfigen Auenlandschaft. Ihre heutigen Größe und Bedeutung erlangten sie erst durch den Steinkohleabbau und der Ansiedlung weiterer Schwerindustrie an Emscher und Ruhr.

Der Ewaldsee liegt inmitten des Emscherbruch umgeben von Bäumen und dichter Böschung. Wer sich einen nahezu rundum freien Blick auf den See erhofft, wird leider enttäuscht werden. Es gibt nur vereinzelte Möglichkeiten beim Rundgang um den See einen Blick auf das Gewässer zu erhaschen. Lohnenswert ist die Runde aber dennoch.

Galerie

Diese und weitere Bilder findest du (auch hochauflösend) in meiner Galerie (Link öffnet sich in einem neuen Fenster).

Die Bilder entstanden am 10.08.2019 und wurden mit einer Nikon D3300 (Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1:1,8G) sowie einer Sony RX100 (28-100 mm F1.8-4.9) geschossen, mit Adobe Photoshop Lightroom entwickelt und mit Adobe Photoshop Elements geringfügig bearbeitet. Alle Bilder können gemäß Creative Commons CC0 frei verwendet werden.

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