Null Punkte am ersten DEL-Wochenende für die DEG

Hoch hinaus darf es gern in dieser Saison gehen.

Nach der durchaus sehr erfolgreichen Vorsaison, in welcher die direkte Play-Off-Qualifikation gelang, gab es für die runderneuerte – deswegen aber nicht minder glorreiche – Düsseldorfer EG zwei schmerzhafte Niederlagen am ersten DEL-Wochenende. Nachdem in der Sommerpause 15 Spieler den Klub verließen und durch 17 neue ersetzt wurden, war gerade der Auftakt zuhause gegen Bremerhaven eine eher zähe Angelegenheit. In einer Choreo vor dem ersten Drittel gaben die Fans auf der Osttribüne im ISS Dome Marschrichtung vor: keine Pre-Playoffs und der Meistertitel dürfen es am Ende schon sein 😉

Spiel 1: DEG-Fishtown Pinguins

Auf in die neue Saison. Irgendwie. Zumindest im ersten Drittel gestaltete sich das Spiel beider Mannschaften miteinander und gegeneinander eher zäh und war geprägt von vielen Ungenauigkeiten im Spiel nach vorne. Da beide Teams in der Defensive nicht viel anbrennen ließen, blieb es beinahe folgerichtig bei einem trostlosen und torlosen Unentschieden. Vorbereitung hin, verheißungsvoller neuer Kader her. Geschenkt. Vorbereitung ist Vorbereitung und Liga ist Liga. Und ganz so schlimm war es nun auch nicht.

Das zweite Drittel gestaltete sich da schon deutlich anders. Von der ersten Minute an gab es klare Aktionen – nicht nur in der Defensive – und ganz viel Zug zum Tor. Da sich durchaus beide Teams um mehr Spielanteile bemühten, entwickelte sich ein munteres Spielchen. Einziger Kritikpunkt am DEG-Spiel: man spielte gefälliger miteinander und doch verpasste man es immer wieder, nach einem guten Pass gleich den Weg nach vorn engagiert mit anzutreten. Da aber auch die Bremerhavener nicht unbedingt vor Torgefahr strotzten und zudem sowohl Mattias Niederberger als auch Tomáš Pöpperle einen Glanztag erwischt hatten und alles wegfingen, was da mehr oder minder zielgerichtet auf ihre Gehäuse kam, blieb es weiterhin bei einem mittlerweile ansehnlichen, weiterhin torlosem Remis.

Im letzten Drittel kam es dann irgendwie so, wie es kommen musste. Bei zwei nahezu gleichwertigen Teams ohne Ausnahmekönner, die auch mal in einer Situation den Unterschied machen können, lag die Scheibe irgendwann reingemurmelt im Düsseldorfer Gehäuse. Ross Mauermann hatte einen sehenswerten Spielzug der Fishtown Pinguins gekonnt vollendet, war aber an Mathias Niederberger gescheitert. Unglücklicherweise prallte der Puck an Maxi Kammerers Kufe und von dort gelangte die kleine Hartgummischeibe so gerade eben über die Linie. Hrmpf.

Zum Ende hin nahm die DEG noch den Torwart raus und versuchte es mit einem zusätzlichen Feldspieler. Es sollte aber nicht mehr sein und so fuhren die zahlreichen Fans aus dem Norden feucht fröhlich jubelnd mit drei Punkte wahlweise in die Düsseldorfer Altstadt oder direkt wieder in die Heimat. Der Sieg für Bremerhaven ging unterm Strich auch völlig in Ordnung. Wäre auch umgekehrt bei einem DEG-Sieg zutreffend gewesen. Erstes Spiel, viele neue Spieler. Da läuft es auch mal eher so medium.

Spiel 2: Red Bull München-Düsseldorfer EG

Das einzig Gute nach Freitagsniederlagen ist ja, dass man keine 48 Stunden später gleich die Chance zur Wiedergutmachung bekommt. Ok, beim Serienmeister der vergangenen Jahre und dem Finalisten der letzten Saison. Nicht unbedingt die einfachste Aufgabe. Andererseits: was kann man da schon groß verlieren?

Das dachten sich wohl auch Maxi Kammerer und Alex Barta, als Ersterer Letzteren bediente und dieser nach beherztem Antritt ebenso abzog und nach genau 90 Sekunden das erste DEG-Tor der noch jungen Saison erzielte. Ebenso positiv zu erwähnen ist, dass Kammerer nach seiner Ablage auf Barta mit voller Geschwindigkeit mitzog und den möglichen Abpraller hätte verwandeln können. Musste er aber nicht. Dummerweise hielt die Führung nur zwei Minuten. Mads Christensen hatte auf John Peterka (der ist wirklich 2002 geboren) gelegt und der fand die Lücke zum Ausgleich. Ärgerlich. Man mag sich schon fragen, was möglich gewesen wäre, hätte die Führung etwas länger gehalten. Sei es drum.

Der erste Spielabschnitt gestaltete sich nach dem postwendenden Ausgleich der Bayern so, wie man es erwarten durfte bzw. befürchten musste. Ohne wirklich stark überlegen zu sein, kombinierten sich die Münchner immer wieder über das Eis. Allerdings ohne so richtig starken Druck aufzubauen und somit den Puck über die Linie zu zwingen. Und doch netzte wieder John Peterka ein. In Überzahl. Nach einem Konter. Naja. Mit dem eher unglücklichen 1-2 Rückstand ging es dann in die Pause und weiter ins zweite Drittel. Dieses entpuppte (oder entwickelte?) sich zu einer Demonstration der roten Bullen. Einzig etwas Zählbares sollte nicht herausspringen. Gut so. Noch besser: Marco Nowak gelang knapp zwei Minuten vor Ende des zweiten Spielabschnitts mit dem gefühlt ersten Torschuss der Rot-Gelben der Ausgleich. 2-2. Nächste Pause und die Hoffnung, dass doch vielleicht etwas Zählbares mitgenommen werden könnte.

Im Prinzip war dann der dritte Abschnitt ein Querschnitt aus den vorherigen beiden Dritteln. München irgendwie aktiver und die DEG stets engagiert, den Faden nicht ganz zu verlieren und sogar ihr eigenes Spiel aufzuziehen. Das gelang sogar in einigen (wenigen) Phasen. Reichen sollte es dennoch nicht. Justin Schütz gelang in den ersten fünf Minuten des Schlussabschnitts der schlussendlich entscheidende Treffer. Chancen auf den Ausgleich gab es ausreichend, nur wollte das kleine Schwarze einfach nicht ins abgerundete Eckige.

Fazit und Ausblick

Mit nur zwei Toren und keinem Punkt ist der Start in die neue Saison nicht wirklich gelungen. Nach dem eher behäbigen und nach hinten raus eher unglücklichen Auftakt gegen Bremerhaven war das Duell mit dem Vizemeister ein großer Schritt nach vorn. Auch wenn die Neuverpflichtungen sowie die rundum gelungene Vorbereitung die Hoffnung auf “mehr” genährt haben, muss man auch nicht gleich den Kopf in den Sand stecken oder die erste Krise herbeipfantasieren (wie es aber wohl im Zeitalter der Sozialen Medien zum unguten Ton mittlerweile gehört). Ich bin durchaus zufrieden nach den beiden Spielen. Die Saison ist noch lang und mit der Zeit wird auch die Mannschaft weiter wachsen.

Am kommenden Wochenende warten dann mit den Gastspielen in Augsburg am Freitag und am Straubinger Pulverturm am Sonntag gleich zwei Gastspiele in den eher lauteren Arenen dieser Republik an. Gerade mit den Panthern haben wir noch eine Rechnung zu begleichen. Knüpft man an die Leistung in München an, sollten die ersten Punkte in Reichweite sein.

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